Schmierentheater: Myanmars Diktator will die Rolle des Präsidenten spielen

Ein Bild des Putschführers Min Aung Hlaing und der Drei-Finger-Protest gegen den Putsch.

Foto: Kantabon, ohne Änderungen, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

Junta-Chef Min Aung Hlaing möchte die Militärregierung in Myanmar wie eine gewählte Zivilregierung erscheinen lassen und dabei doch nur die Macht des Militärs sichern. 

Aufgrund der paywall hier eine kurze Zusammenfassung des Artikels von Thomas Hahn, Delhi, Sueddeutsche Zeitung vom 31. März 2026

Min Aung Hlaing, langjähriger Militärchef Myanmars, hat nach seinem Rücktritt als Armeechef beste Chancen, Präsident zu werden. Die vom Militär kontrollierte USDP (Union Solidarity and Development Party) hält 81 Prozent der Parlamentssitze. Wahlen fanden nur unter stark eingeschränkten Bedingungen statt, Oppositionsparteien wie die NLD (National League for Democracy) von Aung San Suu Kyi wurden verboten.

Min Aung Hlaing wird wegen Menschenrechtsverletzungen und des brutalen Vorgehens gegen Minderheiten international kritisiert. Nach dem Putsch 2021 wurden zahlreiche Gegner inhaftiert und Proteste blutig niedergeschlagen. Die scheinbare Zivilregierung bleibt eine Fassade für die Macht des Militärs.

Der Bürgerkrieg fordert weiter Tausende Todesopfer, Millionen sind auf der Flucht. Die Junta kontrolliert laut BBC nur etwa ein Fünftel des Landes, der Rest wird von Rebellengruppen und Milizen beherrscht. Unterstützung erhält die Junta vor allem von Russland und China. Ein Ende der Gewalt ist nicht absehbar – und Kompromisse sind unter Min Aung Hlaing unwahrscheinlich.

31. März 2026